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Liebe fürs Detail

WelleBei den Bildern von Esther Anner steckt viel im Detail

Im Haus Alte Mühle in Gams ist neue Kunst eingezogen: In den Räumen der Café- und Wollstube sind erstmals Bilder von Esther Anner aus Sax zu sehen, sozusagen Kunst zwischen Wollknäueln.
Von Reto Neurauter

Gams. – Versteckt wie das Haus selber, mitten in Gams, sind teilweise auch Esther Anner-Zehnders Werke in den Räumen der Café- und Wollstube, die vor gut einem Jahr von Gabriela Liebrand eröffnet wurde und mehr ist als nur «Lismen und Käffelen». Mehr bedeute, dass man auch Kunst im weitesten Sinne präsentieren wolle, wie Helmut Koch zur Eröffnung dieser ersten Ausstellung betonte.
Esther Anner
Zwei «Lehrmeister»
Und dass sich die Räume durchaus für eine Kunstausstellung eignen, zeigt dieses erste Mal. Im Café zeigen sich Anners Bilder räumlich strukturiert, im Treppenhaus und vor allem in der Wollstube kommt es zu einer amüsanten Suche zwischen Wollknäueln.
Anners Bilder aber – sie verbrachte im Saxer Rofisbach ihre Jugendzeit und ist nach einem längeren Abstecher ins Unterland wieder in Sax wohnhaft – schmiegen sich speziell in dieses Ambiente ein. Und sie zeigt das, was sie zu Beginn der 80er-Jahre bei Rudolf Mathis in Götzis oder dann erst ab 2003 bei Mario Russenberger in Sevelen erlernt hat: Das Malen in Acryl oder die Mischtechnik. Und sie muss gute «Lehrmeister» gehabt haben.
Ein Rundgang durch die Ausstellung zeigt, dass ihr Interesse an Motiven vielfältig ist und dass manchmal der Betrachter «ein Bild erst faszinierend empfindet, wenn er die Details richtig entdeckt hat», wie es Andrea Müntener-Zehnder aus Salez in ihren einleitenden Worte antönte. Ihre «Gotta» male mit Geschick und Liebe, was sie immer wieder überrasche. Da trifft man auf Gegenständliches wie Abstraktes, da wird man durch schwungvolle Motive ebenso gefangen genommen wie durch zarte Collagen, die alle aber in ihrer Farbigkeit auf ihre Weise bestechen und viel Spielraum für Interpretation offen lassen.

Faszinierendes Afrika
Vor allem aber überzeugen ihre Landschaften mit Einsichten in den afrikanischen Kontinent. Da lässt Anner-Zehnder ihren Gefühlen mehr freien Lauf als in denjenigen Landschaftsansichten, die man aus der Region zu erkennen glaubt.
Farblich wirklich hervorragend gelungen sind auch die «Abendstimmung» und der «Sonnenuntergang am Meer», und der «Olivenbaum» besticht nicht nur dadurch, dass einiges an Farbpaste für die plastische Darstellung verbraucht wurde, sondern auch proportional und farblich. Die drei Ansichten mit Rosenmotiven zeigen zudem wohl das, was Andrea Müntener als «Liebe zum 
Detail und mit viel Liebe gemalt» gemeint hat.
Ein Besuch in der Ausstellung, die vorläufig zwei Monate dauert, lohnt sich alleweil, verbunden mit einem «Kaffeehalt» in der Caféstube auf jeden Fall. Es kann gut sein, dass man dann auf Menschen – vermutlich Frauen – trifft, die ihrem Hobby, dem Stricken, nachgehen.Sonnenunterganz am Meer

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